Winterschnittkurs 2019

Der 1. Vorsitzende Georg Gnann begrüßte einige Unentwegte, die trotz Matsch und regnerischem, nasskaltem Wetters den Weg in den Vereinsgarten gefunden haben.

Dipl. Agrar-Ingenieur Steffen Polinski ging zunächst auf Pflanzenkrankheiten ein. An Obstbäumen tritt in Deutschland seit einiger Zeit ein relativ neuer, pilzlicher Rindenbrand auf. Anfangs zeigen sich dabei an Stamm und dicken Ästen bräunlich-rötlich verfärbte, etwas eingesunkene Flecken auf der Rinde, die mit der Zeit größer werden und zusammenlaufen. Es kommt zu Rissbildungen und Abplatzen, Wunden heilen nicht mehr. Unter abgeplatzter Rinde ist das schwarz verfärbte Holz zu sehen, darauf später auch die 0,1 – 3 mm großen Fruchtkörper („Schwarzer Krebs“). Ursache ist der Pilz Diplodia mutila, ein Schwächeparasit, der vor allem trockenheits- und stressgeschädigte Gehölze befällt und meist an der Sonnenseite auftritt. Oft bleibt ein Befall zunächst unbemerkt, bis er durch Stressbedingungen ausbricht – in den letzten Jahren war das oft die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer. Die Erstinfektion geht häufig von Verletzungen durch Frost oder Schädlinge aus. Eine direkte Bekämpfung des Pilzes mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich. Ist der Befall zu weit fortgeschritten, muss der ganze Baum entfernt werden. Das Holz sollte sofort aus dem Garten gebracht werden, um eine Ansteckung anderer Bäume zu verhindern.

Steffen bei den Johannisbeeren

Weiter ging es zu den Johannisbeeren. Nach fünf Jahren ist der Strauch abgetragen, sodass man dann durchaus mutig mit der Motorsäge rangehen kann. Allerdings braucht es anschließend zwei bis drei Jahre bis wieder ein Ertrag verzeichnet werden kann. Steffen Polinski erklärte, woran man das Alter der einzelnen Ruten erkennt und welche am besten nach Stufen geschnitten werden sollten. Von oben ist Luft und Licht nötig, um das Wachstum neuer Triebe anzuregen. Der Schnitt sollte so tief wie möglich an der Basis erfolgen, ohne dass Stummel stehen bleiben, weil sonst ein Pilzbefall droht. Der neue Trieb kommt dann von der Wurzel aus.

Als nächstes wurden die unterschiedlichen Schnittmethoden für Sauerkirsche und Pfirsich erklärt, auch die Besonderheiten für Spindelbäume und Spalierobst.

Trotz immer wieder einsetzenden Regens hielten die Kursteilnehmer durch und erwärmten sich anschließend bei Glühwein und einer deftigen Roten Wurst vom Grill und tauschten rege Erfahrungen aus.

Winterschnittkurs 2016

Das Wetter meint es gut. Nach Tagen mit viel Regen und Wind scheint die Sonne und es sind um die 10° C im Plusbereich. Der vergangene Winter war sehr mild, sodass schon jetzt die Vegetation ihrer Zeit voraus ist. Für den Winterschnitt ist es deshalb höchste Zeit.
Diplom-Agraringenieur Steffen Polinski weist auf die Problematik hin, die diese Wetterlage versursacht und auch darauf, dass unbedingt auf den Verbiss von Wild – Hasen fühlen sich besonders in unserem Vereinsgarten sehr wohl – zu achten ist. Er zeigte mehrere Möglichkeiten auf, wie man gerade die jungen Bäume schützen kann.
Wie bei anderen Gehölzen auch muss bei den Obstbäumen Totholz entfernt werden. Äste, die quer wachsen und daher an anderen scheuern können oder steil nach oben wachsen, sollten beseitigt werden. Ebenso werden Äste entfernt, die schon mehrere Jahre lang Früchte getragen haben. Denn Obst an jungen Hölzern hat eine bessere Qualität. Alte Äste sollten auch deshalb entfernt werden, um das Wachstum neuer anzuregen.
Die Baumkronen sollten immer mal wieder ausgelichtet werden. Dann kann genügend Sonnenlicht an den unteren Bereich des Baumes kommen und die Früchte reifen lassen. Außerdem kann mehr Luft in der Krone zirkulieren. Das beugt Pilzerkrankungen vor.

Insgesamt war der Kurs sehr gut besucht. Anschließend wurde bei einer Roten Wurst und Glühwein in unserem Gartenhäusle noch lange gefachsimpelt.

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